Das Nationale Zentrum für Gewaltopfer feiert sein einjähriges Bestehen und baut sein Angebot weiter aus

Ein Jahr nach seiner Eröffnung erreicht das Nationale Zentrum für Gewaltopfer (CNVV) einen wichtigen Meilenstein in seinem Engagement für Betroffene. Anlässlich seines ersten Jahrestages kündigt das CNVV an, seine Angebote auf einen 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen pro Woche auszuweiten sowie die Notrufnummer 20 60 10 60 zu einer landesweiten Helpline für Gewaltopfer auszubauen, die rund um die Uhr erreichbar ist.

(v. l. n. r.) Ashanti Berrend, Leiterin des CNVV; Martine Deprez, Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit; Yuriko Backes, Ministerin für Gleichstellung und Diversität; Elisabeth Margue, Ministerin der Justiz - (v. l. n. r.) Ashanti Berrend, Leiterin des CNVV; Martine Deprez, Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit; Yuriko Backes, Ministerin für Gleichstellung und Diversität; Elisabeth Margue, Ministerin der Justiz
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Das CNVV wurde im April 2025 vom Ministerium für Gleichstellung und Diversität in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit, dem Ministerium der Justiz, dem Ministerium für innere Angelegenheiten sowie dem Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend ins Leben gerufen und wird vom Luxemburger Roten Kreuz betrieben. Ziel des Zentrums ist es, Gewaltopfern einen geschützten Ort für akute Hilfe und ambulante Betreuung zu bieten. Es steht allen Menschen offen, unabhängig von Alter oder Geschlecht, und bietet spezialisierte Unterstützung bei allen Formen von Gewalt. Im ersten Jahr wurden 397 Gewaltopfer von physischer, sexueller, psychischer oder anderer Gewalt begleitet, was die Bedeutung eines zentralen, menschlichen und koordinierten Angebots unterstreicht.

"Diese Zahlen zeigen den großen Bedarf. Das CNVV ermöglicht es den Betroffenen, in ihrem eigenen Tempo und in einem sicheren und neutralen Rahmen einen ersten Schritt zu gehen", erklärte Ashanti Berrend, Leiterin des CNVV.

Die Betreuung im CNVV basiert auf vier sich ergänzenden Säulen – psychosozial, medizinisch, juristisch und auf Wunsch polizeilich – und stützt sich auf ein breites Netzwerk von Partnern, das eine schnelle und bedarfsgerechte Weitervermittlung gewährleistet.

Seit dem 1. Mai 2026 hat das CNVV seine Öffnungszeiten auf einen durchgehenden Betrieb rund um die Uhr ausgeweitet. Diese wichtige Weiterentwicklung wurde durch die Verstärkung des Teams mit zusätzlichen Fachkräften ermöglicht, darunter Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher, Pflegefachkräfte sowie Psychologinnen und Psychologen.

Eine nationale Helpline für Gewaltopfer mit der einheitlichen Telefonnummer 20 60 10 60 ist nun rund um die Uhr erreichbar. Sie bietet Zuhören, Information und Orientierung für Betroffene sowie für deren Umfeld. Das gesamte Team hat eine spezifische Ausbildung durch SOS Détresse erhalten, um eine professionelle, angemessene und einfühlsame Bearbeitung der Anrufe sicherzustellen.

Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit dem Ministerium der Justiz eine kostenlose juristische Unterstützung durch wöchentliche Rechtsberatungen im Zentrum angeboten. Diese Entwicklungen sind Ausdruck eines klaren Ziels: kein Gewaltopfer allein zu lassen und das nationale Unterstützungsangebot nachhaltig zu stärken, indem ein möglichst niederschwelliger Zugang und eine qualitativ hochwertige Betreuung gewährleistet werden.

"Vor einem Jahr hatte ich angekündigt, dass wir das CNVV als Pilotprojekt starten und diese Struktur schrittweise weiterentwickeln, unser Angebot ausbauen und das Team verstärken würden. Ich freue mich, heute mitteilen zu können, dass wir diesen Plan umgesetzt haben und ihn weiterhin verfolgen werden", erklärte Yuriko Backes, Ministerin für Gleichstellung und Diversität, auf der Pressekonferenz. "Mit einem CNVV, das nun rund um die Uhr zugänglich ist, machen wir einen entscheidenden Schritt, um jeder von Gewalt betroffenen Person einen sofortigen Zugang zu einer umfassenden, menschlichen und professionellen Betreuung zu ermöglichen. Unsere Botschaft ist klar: Sie sind nicht allein, und Hilfe ist jederzeit verfügbar."

"Innerhalb eines Jahres hat das CNVV die Betreuung von Gewaltopfern konkret verbessert. Wo Abläufe zuvor fragmentiert waren, verfügen wir heute über einen besser koordinierten, schnelleren Ansatz, der die medizinisch-forensische Dimension vollständig integriert. Dank einer engeren Zusammenarbeit mit Notfalldiensten und Krankenhäusern erhalten die Betroffenen nun eine strukturiertere und besser auf ihre Situation abgestimmte Unterstützung", erklärte Martine Deprez, Ministerin für Gesundheit und soziale Sicherheit.

"Im Umgang mit Gewalt besteht unsere Verantwortung nicht nur darin, entschieden gegen die Täter vorzugehen, sondern auch darin, den Betroffenen konkrete und leicht zugängliche Hilfe zu bieten – auch im juristischen Bereich. Die kostenlose Rechtsberatung im CNVV, die mit Unterstützung der Anwaltskammer und durch staatliche Finanzierung ermöglicht wird, sowie die Weiterentwicklung des rechtlichen Rahmens angesichts neuer Gewaltformen, insbesondere der Cybergewalt, stärken den Schutz der Opfer", erklärte Elisabeth Margue, Ministerin der Justiz.

"Hilfe jederzeit zugänglich zu machen, bedeutet, jeder betroffenen Person zu zeigen, dass sie nie allein ist", betonte Léon Gloden, Minister für innere Angelegenheiten. "Niemand sollte Gewalt erfahren. Gewalt hat keinen Platz in unserer Gesellschaft, und wir dürfen nicht wegsehen." Er erinnerte zudem daran, dass auch die Polizei speziell geschult und sensibilisiert ist, um Betroffenen die notwendige Unterstützung zu bieten.

Praktische Informationen:

Adresse: 3A, Val Ste Croix, L-1371 LuxemburgNationale Helpline für Gewaltopfer: 20 60 10 60

Tram/Bus: Stäreplaz – Étoile

Pressemitteilung des Ministeriums für Gleichstellung und Diversität / Ministerium der Justiz / Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit / Ministerium für innere Angelegenheiten